07. Spieltag: SV Glienicke - 1. SV Oberkrämer II 2:3 (1:2)

18.10.2020

Mervin Quast (TW)
Ruslan Farschatov
Jonathan Dembour (63. Jason Lam)
Jasper Rau (1)
Jan Ellerbrok (1)
Oskar Kalisch
Fabio Rondinelli (C)
Felix Mittelstädt (83. Maurice Kurze)
Daniel Fröhner
Yanik Dittrich
Arne Beckmann (46. Mike Hackbarth)
Max Kammann (TW)
Tobias Radtke
Moritz Grasmann
Kevin Zimmer (71. Manuel Wruck)
Janes Dierks (86. Louis Klauke)
Jeremy Nowak
Nico Bukowski (C, 1, 80. Christoph Kurzius)
Noel Patrick Leinert (1, 86. Niklas Rösler)
Shawn-Noël Soleil
Maik Gräber
Ramon Kaubek
Trainer: Dennis Reicke
 
Trainer: Martin Karakaya,
Christian Maaß, Serjoscha Rösler
Schiedsrichter: Michael Reichert,
Dennis Hennemann, Andre Sachse
Zuschauer: 78
 

SVO-Reserve gelingt Husarenstreich in der Bieselheide

Am 7. Spieltag musste die SVO Reserve beim designierten Tabellenführer SV Glienicke/Nordbahn antreten. Die spielstarken Gastgeber übernahmen erwartungsgemäß sofort die Spielkontrolle und hatten bei einem Schuss von der Strafraumgrenze den ersten Abschluss zu verzeichnen, SVO Goalie M. Kammann konnte per Faustabwehr klären (10.). Glienicke machte weiter Druck und ging früh auf das Führungstor. Nachdem M. Kammann noch zwei Kopfbälle entschärfen konnte (14./16., gehalten), schlug es doch früh im SVO Gehäuse ein. Nach einer Kombination über außen stand der Glienicker Angreifer völlig blank im Strafraum und erzielte aus stark abseitsverdächtiger Position das 1:0 (17.).

Der SVO schüttelte sich kurz und ergriff zur Überraschung aller die Initiative und suchte dabei mutig den Weg nach vorne. N. Bukowski prüfte als Erster den Schlussmann der Gastgeber (19./gehalten). Der SVO wurde schnell für seinen Mut belohnt. Nach einer Ecke kam R. Kaubek zum Abschluss, der TW wehrte zu kurz ab und N. Leinert bewies Handlungsschnelligkeit und staubte zum 1:1 ab (21.). Die von zahlreichen Fans aus Oberkrämer gepushte SVO-Reserve war nun auch im Spiel angekommen.

Der Gastgeber war sichtlich überrascht und ließ zudem eine gute Gelegenheit verstreichen (23./gehalten). S. Soleil hatte dann sogar die Führung auf dem Fuß (25./gehalten). Es entwickelte sich eine Partie auf Augenhöhe zwischen einem Topteam und der bis dato noch sieglosen SVO-Reserve.

In der 26. Minute hielt erneut M. Kammann der SVO-Reserve das Remis fest. Das sollte aber für längere Zeit der letzte vielversprechende Abschluss des hohen Favoriten gewesen sein. Der SVO eroberte sich mehr und mehr Spielanteile, die von M. Grasmann umsichtig organisierte Viererkette mit M. Gräber, K. Zimmer und J. Nowak hielt die Abstände, verschob gut Richtung Ball und ließ in der Folgezeit kaum etwas zu. Die SVO Offensive lief die gegnerische Defensive im Spielaufbau gut an und konnte so einige Ballverluste der Glienicker provozieren.

Folgerichtig ging es dann mehr in Richtung Glienicker Tor. S. Soleil zielte in der 31. Minute noch zu hoch, ehe nach einem erneuten Ballgewinn der SVO blitzschnell umschaltete und auf einen 3 gegen 1 Konter lief, der aber durch ein schlampiges Abspiel leichtfertig vertan wurde (38.). Vom Gastgeber, außer einem Abseitstor (39.), so gut wie nichts zu sehen.

Der SVO hatte das Momentum auf seiner Seite. N. Leinert zielte knapp vorbei (41.), bevor es dann nach einer Standardsituation zum zweiten Mal im Glienicker Tor einschlug. Mit einem Freistoß unweit der Eckfahne (!) und einem gekonnten Schlenzer ins Kreuzeck der langen Ecke, brachte Kapitän N. Bukowski seine Farben wieder in Führung (44.). Kurz danach ging es in die Pause.

Wer in der zweiten Halbzeit einen Sturmlauf des SV Glienicke erwartete, sah sich getäuscht. Der SVO mit breiter Brust, führte im Mittelfeld robuste Zweikämpfe und konnte dem Gastgeber zumindest teilweise den Schneid abkaufen. Glienicke präsentierte sich erstaunlich einfallslos mit viel Quergeschiebe im Mittelfeld. Der SVO machte die Räume vor allem im Zentrum sehr eng. Glienickes Toptorjäger F. Mittelstädt war so gut wie abgemeldet und konnte lediglich zwei Abschlüsse für sich verbuchen, bevor er später ausgewechselt wurde.

Der SVO weiterhin auch offensiv gut im Spiel, J. Dierks traf das Außennetz (50.). Oberkrämer verlegte sich nicht nur aufs Verteidigen, sondern versuchte zumindest vereinzelt Nadelstiche zu setzen. Im Laufe der zweiten Halbzeit erhöhte der Favorit dann doch noch merklich die Schlagzahl und wurde auch gleich zwingender in Richtung SVO Gehäuse (60./gehalten, 61./vorbei, 62./gehalten).

Mitten in diese Drangphase hinein eroberte sich der SVO das Spielgerät und kam schnell in eine Umschaltbewegung, N. Leinert war es dann vorbehalten mit dem 3:1 (64.), dem Bilderbuchkonter die Krone aufzusetzen und den Doppelpack zu schnüren. Großer Jubel beim mitgereisten Anhang der Blaugelben. Beim SV Glienicke machte sich zunehmend Ernüchterung breit.

Nach einer Eckenserie zwischen der 68. und 73. Minute lief der SV Glienicke erneut in einen Konter der 11er. Die Kugel lag wieder im Tor, dem Treffer wurde wegen einer Abseitsstellung jedoch zurecht die Anerkennung verweigert (74.). Somit blieb die Tür für die Roten noch einen Spalt breit offen. Überhastete oder zu schlampige Abschlüsse (75./79./81./ jeweils drüber), gefährdeten das SVO Gehäuse nicht ernsthaft.

Langsam lief den Hausherren die Zeit davon, auch weil sie in ihren Angriffsbemühungen nicht wirklich kreativ wirkten. Nachdem SVO Goalie M. Kammann wieder mal halten konnte (83.), schlug es doch noch beim SVO nach einer feinen Kombination zum 2:3 ein (84.).

Der SV Glienicke ging "All in" und schnürte den SVO ein, erneut M. Kammann verhinderte zweimal reaktionsschnell den Ausgleich (86./90.). Der SVO verteidigte jetzt mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln sein Gehäuse, jede Grätsche oder Ballgewinn wurde mit Vehemenz gefeiert, der eigene Strafraum wurde zur Festung erklärt, wo bis zum Schlusspfiff kein Abschluss mehr zugelassen wurde.

Nach einer 5-minütigen Nachspielzeit und stehend k.o. wurde das Spiel abgepfiffen. Das Team und die Trainer ließen sich zurecht vom eigenen Anhang feiern. Am Ende des Tages ein sicherlich glücklicher, aber keineswegs unverdienter Sieg der SVO Reserve, die durch viel Leidenschaft, Kampf und Teamspirit dem überraschten SV Glienicke/Nordbahn couragiert die Stirn boten und so den Schneid abkauften.

Dem SV Glienicke fehlte es schlichtweg an Kreativität, um den ersten Sieg der aufopferungsvoll kämpfenden SVO Reserve des Trainerteams M. Karakaya/S. Rösler zu verhindern. Mit dieser Einstellung und Leistung braucht sich das Team vor keiner Mannschaft in der Kreisliga verstecken. Am nächsten Samstag geht es in Vehlefanz gegen den PSV Zehlendorf weiter.

Dirk Kautz